Arzthomepage - was wollen die Patienten?
Bereits 4,5 Millionen Österreicher haben Zugang zum Internet, knapp vier Millionen sind tatsächliche Nutzer dieses Mediums. Im Windschatten dieser Entwicklung gewinnen auch Services im Gesundheitsbereich immer mehr an Bedeutung. Für Ärzte heißt das: Sich mit einer eigenen Homepage im Internet zu präsentieren, gilt nicht länger als netter Luxus, sondern wird immer stärker zu einer Bringschuld gegenüber den eigenen Patienten. Dr. Christian Maté, Leiter der Gesundheitsplattform NetDoktor.at bestätigt diesen Trend: "Neben den klassischen Patienten-Informationen über Krankheitsbilder und Therapien sowie der Nutzung seriöser Foren hat sich die Suche nach Informationen über Ärzte und andere Gesundheitsversorger zum dritten Schwerpunkt des User-Interesses entwickelt."
Qualitätskriterien gesucht
Die derzeit 500.000 monatlichen Besucher der NetDoktor-Plattform reflektieren ein steigendes Interesse an Informationen rund um die Gesundheit - ein Phänomen, das auch die offizielle Vertretung der österreichischen Ärzte seit längerem beobachtet. Dr. Günter Koderhold, Leiter des Referats für Medizinisches Internet und Telematik der Ärztekammer für Wien, sieht die zentrale Aufgabe der Kammer primär in der praktischen Servicierung der Mitglieder. "Zunächst geht es uns darum, Lösungen anzubieten, die es dem Arzt ermöglichen, ohne hohe Kosten und großen Aufwand die eigene Homepage zu erstellen und zu verwalten", so Koderhold. Was die konkrete Umsetzung betrifft, so hält er die Verleihung eines Qualitätszertifikates an seriöse Websites für nahe liegend und wünschenswert. Schließlich, so Koderhold, sei der formale und inhaltliche Wildwuchs unter den Ärzte-Homepages aus rechtlicher Sicht problematisch und auch nicht im Sinne der Patienten.
Während die Entwicklung und Überwachung von Qualitätsrichtlinien eine aufwändige und eher längerfristige Angelegenheit ist, lässt sich die Frage nach den Anforderungen der Patienten klar beantworten: Bereits im Jahr 2001 hat Fessl GfK erhoben, was sich die Österreicher von der Homepage eines Arztes erwarten.
Im Vordergrund stehen dabei zunächst die Basisinfos zur Erreichbarkeit des Arztes, also Ordinationszeiten, Adresse und Telefonnummer. Informationen über das Leistungsangebot bzw. die Spezialisierung des Arztes stufen immerhin noch 73 bzw. 65 Prozent der Befragten als wünschenswertes Service ein. Die Terminvereinbarung online - obwohl technisch machbar - wird von 74 Prozent der Befragten als "eher unwichtig" bzw. "sehr unwichtig" eingestuft.
Die Möglichkeit, direkt mit dem Arzt zu kommunizieren, gilt schließlich als einigermaßen überflüssig und würde erst dann als attraktiv eingestuft werden, wenn Befundung bzw. Rezeptieren über E-Mail möglich wäre.



