Herr Dr. Thomas Ghamarian

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1)Kindermanualmedizin 

 Ein Kindermanualmediziner ist ein Arzt, der mindestens 5 Jahre lang eine abgeschlossene Ausbildung in herkömmlicher Manualmedizin vorweisen kann und dieses Wissen auch praktisch angewendet hat. Erst dann darf man die Aufschulung zum Kindermanualtherapeuten machen . Wir haben diese Fortbildung in Deutschland (Österreich bietet keine eigene an) bei der Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin absolviert und mit einer theoretischen und praktischen Prüfung beendet.  

 

Bei Kindern aller Altersstufen kann es, genauso wie bei

Erwachsenen, zu funktionellen Bewegungseinschränkungen

zwischen Gelenken  der Wirbelsäule, wie auch an den

Extremitäten, kommen. Im Gegensatz zu den Erwachsenen

können Kinder ihre Schmerzen gar nicht (Säuglinge) oder

nicht so klar äußern .Sie neigen zu Schmerzprojektionen ,

geben zum Beispiel Bauchweh an, wenn das Kreuz weh tut,

etc.. Die Notwendigkeit diese Funktionsstörungen  zu lösen

ist aber genauso oder  noch dringender gegeben, weil es

gerade bei Säuglingen sonst zu irreperablen Folgen für

Bewegungsapperrat und motorische Entwicklung kommen

kann, unter denen sie ein ganzes Leben zu leiden haben.

 

Das bekannteste Krankheitsbild in diesem Bereich ist das

KISS-Syndrom = kopfgelenkinduzierte Symmetriestörung.

Diese Bezeichnung ist irreführend, weil sie impliziert, dass

nur eine Blockierung der Kopfgelenke zu einer Asymmetrie

der Körperachsen (Wirbelsäule, Gesicht, Hals, Becken, )

führt. In Wirklichkeit können alle Schlüsselregionen des

Körpers (Kopfgelenke, Kiefer, HWS/BWS, BWS/LWS,

LWS/Kreuzbein – Übergänge, Kreuzdarmbeingelenk) zu

einer solchen Störung führen. Es müssen daher auch alle

diese Regionen überprüft und gegebenenfalls behandelt

werden.

 Weiters sind Kenntnisse über die Entwicklungsneurologie des Kindes nötig, um andere einer Blockierung ähnlichen Erkrankungen zu erkennen.

 Sie sehen also, dass man bei der Therapie von

Kindern mit reiner Technik allein nicht das Auslangen

findet.

 

 

 Es ist eine schwierige, zeitaufwändige,

verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Wissen und

Fingerspitzengefühl erfordert.

Als Abschluß dieser kurzen Abhandlung möchten wir

Ihnen einige Symptome aufzählen, die Säuglinge und

Kinder haben können, wenn sie unter einem

manualmedizinischen Problem  leiden. Die folgenden

Aufzählungen sind nicht vollständig, sondern sind als

Beispiele zu sehen.

  

 

 Säuglinge: 

 

 

 

-Seitenbevorzugung: Kind schaut nur in eine Richtung oder bevorzugt in eine Richtung, trinkt nur von einer Brust, greift nur mit einer Hand, bewegt die Extremitäten nicht seitengleich

-Kind hat schiefen Hals 

-Wirbelsäule ist häufig C-förmig gekrümmt, wenn es am

Rücken liegt

-Kopf des Kindes ist oft nach hinten überstreckt

-Kind hat eine schlechte Kopfkontrolle (kann Kopf nicht

altersgemäß halten), Cave: Kopfgelenke

-Kind richtet sich in Bauchlage nicht altersgemäß auf

(Unterarmstütz, Ellenbogenstütz, Handstütz, etc.)

-Kind ist von seiner Motorik her nicht altersgemäß

entwickelt (EN-Diagnostik)

-Kind schreit auffallend viel ohne offensichtlichen Grund

-Kind trinkt schlecht

-Kind dreht sich gar nicht, oder nur über eine Seite

-jedes Kind mit Hüftproblemen sollte manualmed.

begutachtet werden,  weil es oft Begleitblockierungen gibt

-Sichelfüße, Klumpfüße, alle Fußfehlbildungen

  

 

 Kleinkinder:

 -spätes Laufen lernen

 

 -grob-oder feinmotorische Ungeschicklichkeit

-Verlangen nach heftigen Bewegungen (z.B. hohes

Schaukeln, )

-Hinken

-alle Schmerzäußerungen

-spätes Sprechen lernen

 

 Schulkinder:

-Kieferfehlstellungen (vor und nach kieferorthopädischer

Versorgung)

-Fuß-Beinachsenfehlstellungen

-Wirbelsäulenkrümmungen (Skoliosen,laufende

Überprüfung notwendig )

-Schmerzäußerungen

-Fehlhaltungen

-Hinken

  

 

 Jugendliche:

 Kieferfehlstellungen

 -Fuß-Beinachsenfehlstellungen

-Wirbelsäulenkrümmungen

-Schmerzäußerungen

-Fehlhaltungen (Mb. Scheuermann, etc.)

 

Kiefergelenk

Das Kiefergelenk ist ein Schlüsselgelenk des Körpers und

nimmt daher eine besonders wichtig Rolle ein. Alle

Störungen des Bewegungsapperates können von dort

ausgehend ihren Anfang nehmen. Daher ist eine

regelmäßige Kontrolle bzg. Kieferfehlstellung sinnvoll.

Besteht eine solche,  kann man mittels spezieller Teste

überprüfen, wie sich die Kieferregulierung auf den Körper

des Kindes auswirkt. Weiters ist es, bei geplanter

Zahnspangenversorgung, sinnvoll  eine

manualmedizinische  Untersuchung und gegebenenfalls

auch Therapie durchzuführen, noch bevor der

Gebißabdruck gemacht wird. Man kann dadurch

Spannungsphänomene bereits im Vorfeld ausschalten und

die Regulierung geht reibungsloser und rascher von statten.

In vielen Fällen ist es günstig die Kinder während der Zeit

der Spangenversorgung mit Manualmedizin zu begleiten, da

es erfahrungsgemäß immer wieder zu Funktionsstörungen

kommt, ähnlich wie bei den Kindern mit

Wirbelsäulenverkrümmung.        Nicht optimale statische

Verhältnisse bedeuten immer höhere Anfälligkeit für

Störungen.

Leidet Ihr Kind unter Kopfschmerzen oder

Nackenschmerzen sollte man ebenfalls an das Kiefergelenk

denken und dieses als mögliche Ursache ausschließen. Zu

diesem Thema gibt es noch viel zu sagen, aber die

wichtigsten für Eltern relevante Informationen  sind hier

erwähnt.

Tips zum Handling eines Säuglings

-unterstützen Sie immer den Kopf des Kindes, auch dann,

wenn es ihn schon besser kontrollieren sollte, die

Fertigkeit  dazu aber noch nicht hat. KOPFKONTROLLE

KANN MAN NICHT ÜBEN!!!  

 

-legen Sie Ihr Baby, wenn es wach ist, oft auf den Bauch.

Die Bauchlage ist für ein Neugeborenes die sicherere Lage

(stabiler) und für die motorische Entwicklung immens

wichtig. Im Schlaf nicht auf den Bauch legen. Wenn ein

Säugling nie auf dem Bauch gelegt wird, kann er sich auch

nicht altersgemäß motorisch in dieser Lage

entwickeln.BAUCHLAGE KANN MAN ÜBEN!!!

 

 

 -bringen Sie Ihr Kind nicht zu früh in die Senkrechte

(sitzen,stehend Tragen, Laufwägen, etc.  ), die Wirbesäule

des Säuglings ist für diese Belastung noch nicht gebaut .

Sie laufen Gefahr, dass es das Krabbelstadium überspringt.

Massieren und berühren Sie Ihr Baby viel. Die Haltung

wird  maßgeblich über die Körperwahrnehmung beeinflußt-je

besser diese ausgebildet ist, desto besser ist unsere

Haltung.                 

              SCHMUSEN UND KUSCHELN IST GESUND !!!

 

 

 

 

 Wir hoffen Ihnen mit dieser Information gedient zu

haben.

 Dr. Marietta und Thomas Ghamarian

  

 

 

 

2)Kinderneurologische Untersuchung des Neugeborenen und des Säuglings nach Vojta

Bei dieser Untersuchung wird überprüft, ob der Säugling von seiner Motorik her seinem Alter gemäß entwickelt ist.

Normalerweise bemerkt man einen motorischen Entwicklungsrückstand, wenn ein Meilenstein der Entwicklung nicht, oder deutlich später erreicht wird . Zum Beispiel sollte ein Kind  normalerweise zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat den Aufrichtungsprozeß zum Sitzen vollzogen haben. Ist dies nicht der Fall, fällt das Kind auf und die Frühförderung setzt ein. Mit Hilfe der kinderneurologischen Untersuchung nach Vojta kann der Entwicklungsrückstand deutlich früher festgestellt werden und auch mit der Frühförderung, dem Turnen nach Vojta, früher begonnen werden. Somit besteht für dieses Kind eine bessere Prognose bzgl. seines weiteren motorischen Verlaufs .

Genauso wie bei den Mutter – Kind – Pass Untersuchungen die internistische Beurteilung durchgeführt wird, sollte auch eine standardisierte entwicklungsneurologische Untersuchung gemacht werden, um betroffene Kinder frühzeitig zu entdecken. Die nachfolgend angeführte Tabelle gibt Aufschluß über die Häufigkeit des Vorkommens solcher Störungen und die Behandlungserfolge.

Wonach sucht man eigentlich ?

Nach Säuglingen, die eine zentrale Koordinationsstörung (ZKS) aufweisen. Dabei handelt es sich um einen technischen Arbeitsbegriff, der nur beschreibt, daß bei einem Kind eine Bewegungsstörung vorliegt. Neugeborene nach Kaiserschnitt oder nach Beckenendlagengeburt, mit einem Schiefhals oder einem Klumpfuß können eine ZKS haben. Diese kann sich spontan, nach Therapie des z.B. Schiefhalses, oder nach einer Vojta – Behandlung zurückbilden. Manche Frühgeburten weisen ZKS auf, die den oben beschriebenen Verlauf nehmen können. Unter all den genannten Beispielen gibt es einen kleinen Prozentsatz von Säuglingen, bei denen das ZKS durch eine klinische Diagnose, der idiopathischen Cerebralparese (ICP), verursacht ist. Das Ziel der Untersuchung nach Vojta ist es, diese Kinder herauszufinden, damit sie früh behandelt werden können und ihre Prognose für ihr weiteres Leben verbessert werden kann .

Die ICP tritt klinisch als erhöhte Muskelanspannung in Erscheinung (Spastik) oder als Bewegungsentgleisung (Athetose). Eine normale motorische Entwicklung, mit dem Ziel das Stehen und Gehen zu erlernen, ist hier nicht ohne weiteres möglich. In schweren Fällen lernen die Kinder nie zu laufen, sind zeitlebens auf Rollstuhl und fremde Hilfe angewiesen. Durch frühzeitige  Diagnose (um die Geburt) und Therapie (während des 1. Lebensjahres) kann der Verlauf maßgeblich verbessert werden. So manches Kind erlernt das Laufen, besucht eine normale Schule und führt ein annähernd normales Leben.

Kein Kind wird als Spastiker oder Athetotiker geboren, sondern es entwickelt diese Erkrankung im Laufe des 1 . Lebensjahres. Unsere Aufgabe ist es, diese Kinder aus der Masse herauszufinden und sie frühzeitig zu behandeln.

Durch die Vojta Therapie erlernen die Kinder auf reflektorische Weise Bewegungen idealer, als es ihrer Anlage entspricht, auszuführen. So gelingt es ihnen auf der Stufenleiter des Aufrichtungsprozesses einige Sprossen mehr zu erklimmen und für einige wird es möglich sein, sogar ganz nach oben zu klettern und zu laufen, wie die gesunden Altersgenossen auch.

Was passiert bei der Untersuchung ?

Diese besteht in der Beurteilung der

a)  Spontanmotorik des Säuglings in Bauch- und Rückenlage

b) Bewegungsantwort auf 7 Lagereaktionen

c)  Dynamik der Rückbildung der angeborenen Reflexe im Rahmen einer neurologischen Untersuchung

 Die Untersuchung dauert ca. 30-40 Minuten, ist für das Kind nicht schmerzhaft, ist von großer Aussagekraft und sollte so früh wie möglich durchgeführt werden.

 

 

 3) medizinische Trainingstherapie

4)Laktatergometrie