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weitere Schwerpunkte:
1)Kindermanualmedizin
Ein Kindermanualmediziner ist ein Arzt, der mindestens 5 Jahre lang eine abgeschlossene Ausbildung in herkömmlicher Manualmedizin vorweisen kann und dieses Wissen auch praktisch angewendet hat. Erst dann darf man die Aufschulung zum Kindermanualtherapeuten machen . Wir haben diese Fortbildung in Deutschland (Österreich bietet keine eigene an) bei der Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin absolviert und mit einer theoretischen und praktischen Prüfung beendet.
Bei Kindern aller Altersstufen kann es, genauso wie bei
Erwachsenen, zu funktionellen Bewegungseinschränkungen
zwischen Gelenken der Wirbelsäule, wie auch an den
Extremitäten, kommen. Im Gegensatz zu den Erwachsenen
können Kinder ihre Schmerzen gar nicht (Säuglinge) oder
nicht so klar äußern .Sie neigen zu Schmerzprojektionen ,
geben zum Beispiel Bauchweh an, wenn das Kreuz weh tut,
etc.. Die Notwendigkeit diese Funktionsstörungen zu lösen
ist aber genauso oder noch dringender gegeben, weil es
gerade bei Säuglingen sonst zu irreperablen Folgen für
Bewegungsapperrat und motorische Entwicklung kommen
kann, unter denen sie ein ganzes Leben zu leiden haben.
Das bekannteste Krankheitsbild in diesem Bereich ist das
KISS-Syndrom = kopfgelenkinduzierte Symmetriestörung.
Diese Bezeichnung ist irreführend, weil sie impliziert, dass
nur eine Blockierung der Kopfgelenke zu einer Asymmetrie
der Körperachsen (Wirbelsäule, Gesicht, Hals, Becken, )
führt. In Wirklichkeit können alle Schlüsselregionen des
Körpers (Kopfgelenke, Kiefer, HWS/BWS, BWS/LWS,
LWS/Kreuzbein – Übergänge, Kreuzdarmbeingelenk) zu
einer solchen Störung führen. Es müssen daher auch alle
diese Regionen überprüft und gegebenenfalls behandelt
werden.
Weiters sind Kenntnisse über die Entwicklungsneurologie des Kindes nötig, um andere einer Blockierung ähnlichen Erkrankungen zu erkennen.
Sie sehen also, dass man bei der Therapie von
Kindern mit reiner Technik allein nicht das Auslangen
findet.
Es ist eine schwierige, zeitaufwändige,
verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Wissen und
Fingerspitzengefühl erfordert.
Als Abschluß dieser kurzen Abhandlung möchten wir
Ihnen einige Symptome aufzählen, die Säuglinge und
Kinder haben können, wenn sie unter einem
manualmedizinischen Problem leiden. Die folgenden
Aufzählungen sind nicht vollständig, sondern sind als
Beispiele zu sehen.
Säuglinge:
-Seitenbevorzugung: Kind schaut nur in eine Richtung oder bevorzugt in eine Richtung, trinkt nur von einer Brust, greift nur mit einer Hand, bewegt die Extremitäten nicht seitengleich
-Kind hat schiefen Hals
-Wirbelsäule ist häufig C-förmig gekrümmt, wenn es am
Rücken liegt
-Kopf des Kindes ist oft nach hinten überstreckt
-Kind hat eine schlechte Kopfkontrolle (kann Kopf nicht
altersgemäß halten), Cave: Kopfgelenke
-Kind richtet sich in Bauchlage nicht altersgemäß auf
(Unterarmstütz, Ellenbogenstütz, Handstütz, etc.)
-Kind ist von seiner Motorik her nicht altersgemäß
entwickelt (EN-Diagnostik)
-Kind schreit auffallend viel ohne offensichtlichen Grund
-Kind trinkt schlecht
-Kind dreht sich gar nicht, oder nur über eine Seite
-jedes Kind mit Hüftproblemen sollte manualmed.
begutachtet werden, weil es oft Begleitblockierungen gibt
-Sichelfüße, Klumpfüße, alle Fußfehlbildungen
Kleinkinder:
-spätes Laufen lernen
-grob-oder feinmotorische Ungeschicklichkeit
-Verlangen nach heftigen Bewegungen (z.B. hohes
Schaukeln, )
-Hinken
-alle Schmerzäußerungen
-spätes Sprechen lernen
Schulkinder:
-Kieferfehlstellungen (vor und nach kieferorthopädischer
Versorgung)
-Fuß-Beinachsenfehlstellungen
-Wirbelsäulenkrümmungen (Skoliosen,laufende
Überprüfung notwendig )
-Schmerzäußerungen
-Fehlhaltungen
-Hinken
Jugendliche:
Kieferfehlstellungen
-Fuß-Beinachsenfehlstellungen
-Wirbelsäulenkrümmungen
-Schmerzäußerungen
-Fehlhaltungen (Mb. Scheuermann, etc.)
Kiefergelenk
Das Kiefergelenk ist ein Schlüsselgelenk des Körpers und
nimmt daher eine besonders wichtig Rolle ein. Alle
Störungen des Bewegungsapperates können von dort
ausgehend ihren Anfang nehmen. Daher ist eine
regelmäßige Kontrolle bzg. Kieferfehlstellung sinnvoll.
Besteht eine solche, kann man mittels spezieller Teste
überprüfen, wie sich die Kieferregulierung auf den Körper
des Kindes auswirkt. Weiters ist es, bei geplanter
Zahnspangenversorgung, sinnvoll eine
manualmedizinische Untersuchung und gegebenenfalls
auch Therapie durchzuführen, noch bevor der
Gebißabdruck gemacht wird. Man kann dadurch
Spannungsphänomene bereits im Vorfeld ausschalten und
die Regulierung geht reibungsloser und rascher von statten.
In vielen Fällen ist es günstig die Kinder während der Zeit
der Spangenversorgung mit Manualmedizin zu begleiten, da
es erfahrungsgemäß immer wieder zu Funktionsstörungen
kommt, ähnlich wie bei den Kindern mit
Wirbelsäulenverkrümmung. Nicht optimale statische
Verhältnisse bedeuten immer höhere Anfälligkeit für
Störungen.
Leidet Ihr Kind unter Kopfschmerzen oder
Nackenschmerzen sollte man ebenfalls an das Kiefergelenk
denken und dieses als mögliche Ursache ausschließen. Zu
diesem Thema gibt es noch viel zu sagen, aber die
wichtigsten für Eltern relevante Informationen sind hier
erwähnt.
Tips zum Handling eines Säuglings
-unterstützen Sie immer den Kopf des Kindes, auch dann,
wenn es ihn schon besser kontrollieren sollte, die
Fertigkeit dazu aber noch nicht hat. KOPFKONTROLLE
KANN MAN NICHT ÜBEN!!!
-legen Sie Ihr Baby, wenn es wach ist, oft auf den Bauch.
Die Bauchlage ist für ein Neugeborenes die sicherere Lage
(stabiler) und für die motorische Entwicklung immens
wichtig. Im Schlaf nicht auf den Bauch legen. Wenn ein
Säugling nie auf dem Bauch gelegt wird, kann er sich auch
nicht altersgemäß motorisch in dieser Lage
entwickeln.BAUCHLAGE KANN MAN ÜBEN!!!
-bringen Sie Ihr Kind nicht zu früh in die Senkrechte
(sitzen,stehend Tragen, Laufwägen, etc. ), die Wirbesäule
des Säuglings ist für diese Belastung noch nicht gebaut .
Sie laufen Gefahr, dass es das Krabbelstadium überspringt.
Massieren und berühren Sie Ihr Baby viel. Die Haltung
wird maßgeblich über die Körperwahrnehmung beeinflußt-je
besser diese ausgebildet ist, desto besser ist unsere
Haltung.
SCHMUSEN UND KUSCHELN IST GESUND !!!
Wir hoffen Ihnen mit dieser Information gedient zu
haben.
Dr. Marietta und Thomas Ghamarian
2)Kinderneurologische Untersuchung des Neugeborenen und des Säuglings nach Vojta
Bei dieser Untersuchung wird überprüft, ob der Säugling von seiner Motorik her seinem Alter gemäß entwickelt ist.
Normalerweise bemerkt man einen motorischen Entwicklungsrückstand, wenn ein Meilenstein der Entwicklung nicht, oder deutlich später erreicht wird . Zum Beispiel sollte ein Kind normalerweise zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat den Aufrichtungsprozeß zum Sitzen vollzogen haben. Ist dies nicht der Fall, fällt das Kind auf und die Frühförderung setzt ein. Mit Hilfe der kinderneurologischen Untersuchung nach Vojta kann der Entwicklungsrückstand deutlich früher festgestellt werden und auch mit der Frühförderung, dem Turnen nach Vojta, früher begonnen werden. Somit besteht für dieses Kind eine bessere Prognose bzgl. seines weiteren motorischen Verlaufs .
Genauso wie bei den Mutter – Kind – Pass Untersuchungen die internistische Beurteilung durchgeführt wird, sollte auch eine standardisierte entwicklungsneurologische Untersuchung gemacht werden, um betroffene Kinder frühzeitig zu entdecken. Die nachfolgend angeführte Tabelle gibt Aufschluß über die Häufigkeit des Vorkommens solcher Störungen und die Behandlungserfolge.
Wonach sucht man eigentlich ?
Nach Säuglingen, die eine zentrale Koordinationsstörung (ZKS) aufweisen. Dabei handelt es sich um einen technischen Arbeitsbegriff, der nur beschreibt, daß bei einem Kind eine Bewegungsstörung vorliegt. Neugeborene nach Kaiserschnitt oder nach Beckenendlagengeburt, mit einem Schiefhals oder einem Klumpfuß können eine ZKS haben. Diese kann sich spontan, nach Therapie des z.B. Schiefhalses, oder nach einer Vojta – Behandlung zurückbilden. Manche Frühgeburten weisen ZKS auf, die den oben beschriebenen Verlauf nehmen können. Unter all den genannten Beispielen gibt es einen kleinen Prozentsatz von Säuglingen, bei denen das ZKS durch eine klinische Diagnose, der idiopathischen Cerebralparese (ICP), verursacht ist. Das Ziel der Untersuchung nach Vojta ist es, diese Kinder herauszufinden, damit sie früh behandelt werden können und ihre Prognose für ihr weiteres Leben verbessert werden kann .
Die ICP tritt klinisch als erhöhte Muskelanspannung in Erscheinung (Spastik) oder als Bewegungsentgleisung (Athetose). Eine normale motorische Entwicklung, mit dem Ziel das Stehen und Gehen zu erlernen, ist hier nicht ohne weiteres möglich. In schweren Fällen lernen die Kinder nie zu laufen, sind zeitlebens auf Rollstuhl und fremde Hilfe angewiesen. Durch frühzeitige Diagnose (um die Geburt) und Therapie (während des 1. Lebensjahres) kann der Verlauf maßgeblich verbessert werden. So manches Kind erlernt das Laufen, besucht eine normale Schule und führt ein annähernd normales Leben.
Kein Kind wird als Spastiker oder Athetotiker geboren, sondern es entwickelt diese Erkrankung im Laufe des 1 . Lebensjahres. Unsere Aufgabe ist es, diese Kinder aus der Masse herauszufinden und sie frühzeitig zu behandeln.
Durch die Vojta Therapie erlernen die Kinder auf reflektorische Weise Bewegungen idealer, als es ihrer Anlage entspricht, auszuführen. So gelingt es ihnen auf der Stufenleiter des Aufrichtungsprozesses einige Sprossen mehr zu erklimmen und für einige wird es möglich sein, sogar ganz nach oben zu klettern und zu laufen, wie die gesunden Altersgenossen auch.
Was passiert bei der Untersuchung ?
Diese besteht in der Beurteilung der
a) Spontanmotorik des Säuglings in Bauch- und Rückenlage
b) Bewegungsantwort auf 7 Lagereaktionen
c) Dynamik der Rückbildung der angeborenen Reflexe im Rahmen einer neurologischen Untersuchung
Die Untersuchung dauert ca. 30-40 Minuten, ist für das Kind nicht schmerzhaft, ist von großer Aussagekraft und sollte so früh wie möglich durchgeführt werden.
3) medizinische Trainingstherapie
4)Laktatergometrie
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